Das Dilemma und seine Lösungsoptionen

Manchmal macht’s ja einfach „Zuppeldizupp“ im Herzen und es ist klitzeklar, was jetzt dran, wichtig und richtig ist. Gestern war einer dieser Manchmal-Momente bei mir.
Und im Nachhinein sage ich mir: Mein Basis-Dilemma wäre jetzt etwas für das wunderbare und hochgeschätzte Tetralemma als Coachingtool gewesen. Für meine Klienten wende ich es immer wieder gerne und vor allem erfolgreich an. Nur für mich selbst sitze ich ja auch gerne mal auf dem Schlauch … zumindest eine Weile.

Sie kennen das sicherlich auch: Da dreht man sich tage-, wochen- oder in meinem Fall sogar monatelang im Kreis des Gedankenabwägungskarussells, ob man denn nun etwas machen soll – oder eben doch nicht. Ein echtes Dilemma.

Bei mir waren es nun gute drei Monate, in denen ich immer wieder abwog, ob ich denn nun auch dieses Jahr im Mai nach Berlin zur re:publica reisen sollwillkann oder vielleicht doch oder eben mal nicht. Dafür spricht: Ich liebe dieses internationale Konferenz-Format mit all seinen unterschiedlichen Referent/-innen, Vorträgen und Inspirationen und auch Fun-Momenten. Und vor allem genieße ich auch das Wiedersehen mit Menschen, die mir viel bedeuten und die ich in manchem Fall auch wirklich nur einmal im Jahr eben dort treffe. Und dann sagt der Verstand wieder: „Nein, da hast Du doch schon zwei fixe Termine (Abo-Konzert und Regionalverbandstreffen) und außerdem kennst Du es doch wirklich, weil Du in den vergangenen fünf Jahren immer dabei warst. Und das kostet doch auch alles ne Stange Geld mit der Anreise und dem Ticket und der Unterkunft und und und. Und wer weiß, ob das Wetter wieder so mitspielt und das wäre doch blöd, wenn dann der Hof aufgrund von Regen und sollwill ich überhaupt noch zu solchen Riesenveranstaltungen mit mehreren tausend Menschen gehen und und und…“. Ich empfinde diese Vorentschiedungsdilemmata als überaus anstrengend.

Wie gesagt: Einem Klienten hätte ich – würde er so eine Entscheidungsschwierigkeits-sitation schildern – längst Tetralemma als Tool zur Lösungsfindung angeboten. Im Groben funktioniert das so: Wir schreiben Abwägung A (in meinem Fall „wieder teilnehmen“) auf ein DIN A-Blatt und Abwägung B ebenso („diesmal fernbleiben“) und legen beide Blätter nebeneinander auf den Boden. Der Klient steht zunächst in einem ihm angenehmen Abstand vor beiden Blättern, beschreibt die Vor- und Nachteile von A und B und schildert, wie es ihm/ihr geht. Vermutlich wird schon da rasch klar, von welchem der beiden Blätter er oder sie sich zunächst stärker angezogen fühlt. Auf dieses stellt er/sie sich dann, schließt die Augen und spürt den Gefühlen und körperlichen Reaktionen nach. Dann geht’s zurück in die Ausgangsposition.

Und auf Blatt Nummer zwei. Und wieder: spüren und beschreiben, was jetzt passiert.Und wieder zurück und beide Optionen betrachten. Manchmal ist an diesem Punkt schon glasklar, welche von beiden die stimmige ist. Oder ob beide – oder keine von von beiden. Kurz zur Metaebene: Bisher sind wir bei der Wahl zwischen A oder B – oder für AB (was in meinem Fall bedeuten könnte: „Ich besuche den Kongress nur einen Tag und verbinde noch etwas Zeit in Berlin mit Akquise- oder Kundengesprächen“).

Als Coach bitte ich nun meinen Klienten, auf eine vierte mögliche Lösung zu schauen. Diese heißt immer: „Weder A noch B“. Denn wenn es nun keines von beiden ist und auch nicht AB, dann gibt es ja vielleicht ein C? Wie könnte es ausschauen? Und wie geht’s dem Klienten oder der Klientin mit diesem C?

Wer diese Übung schon erlebt hat, weiß, wie schnell man zu einer validen Lösung kommen kann. Denn mag es noch so paradox erscheinen: die Erhöhung der Anzahl an Lösungsmöglichkeiten verringert den Entscheidungsdruck und eröffnet so die Möglichkeit, aus einer anderen Perspektive auf das eigentliche Problem zu schauen. Und natürlich untermauert ein guter und erfahrener Coach noch mit weiteren Finessen seiner Handwerkskunst. Ursprünglich kommt das Tetralemma übrigens aus der indischen Logik des 2. Jahrhunderts und diente der Anaylse von Rechtsstreitigkeiten.

In meinem Fall schneite das C in Form einer SMS eines Freundes herein: „So, habe eben Urlaub im Mai gebucht: 2. bis 7. Mai nach Florenz.“ Und was meinen Sie, was ich gestern spätabends noch gemacht habe?
Genau: Florenz gebucht. Anfang Mai. Mit besagtem Freund. Und nun freue ich mich darauf, den seit zehn Jahren gehegten Wiedersehenswunsch mit dieser wunderschönen Stadt und ihren Kunstwerken von Michelangelo, Donatello, Cimabue und Co. endlich zu realisieren. Beim Erstbesuch 1979 entstand übrigens dieses Mehrfachbelichtungsfotokonglomerat …Florenz_1979

Und wie sieht Ihr Dilemma aus? Und wie Ihr C?
Wollen Sie noch ein paar Monate auf Ihren Manchmal-„Zuppeldizupp“-Moment warten? Oder vielleicht doch mal Tetralemma ausprobieren? Ich unterstütze Sie gerne dabei.

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Konflikte? Auf den Tisch damit!

Konflikte in Teams und Organisationen kosten nicht nur Nerven, sondern schnell auch Geld. Kapazitäten und Energien werden gebunden, mit der Zeit schrauben sich die Eskalationsstufen von einem Level ins nächste hoch.

business concept conflict megaphone

In den vergangenen Wochen habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Als Coach erlebe ich üblicherweise nur einen der Konfliktpartner, meist auch außerhalb seines Konfliktraumes (also des Firmensitzes). Als Konfliktmoderator lerne ich alle Konfliktparteien kennen und unterstütze sie in meiner Allparteilichkeit darin, zu ihrer Lösung zu kommen. Dieser Prozess beinhaltet als Voraussetzung natürlich immer, dass die Beteiligten freiwillig an der Lösungsfindung teilnehmen.

„Dazu gibt es doch eigentlich die Mediation“, mögen Sie sich nun sagen. Richtig − bis zu einer klar definierten Eskalationsstufe sind jedoch auch wir Coaches und Konfliktmoderatoren befähigt, Sie bei der Lösungsfindung zu unterstützen. Einige weitere Punkte unterscheiden uns Konfliktmoderatoren und Coaches klar von den Mediatoren: Während die Mediation strikt darauf achtet, Ich-Botschaften zu formulieren, lassen wir Du-Botschaften zu. Wir sind, anders als die Mediatoren, nicht daran interessiert, Themen „in Samt und Seide zu kleiden“ und abschließend eine Vereinbarung schriftlich zu fixieren. Wir schauen vielmehr genau hin und benennen offen, was wo wie schmerzt. Dies alles geschieht in absoluter Vertraulichkeit und − wie oben schon benannt − in Allparteilichkeit (die von Neutralität durchaus zu unterschieden ist). Letztlich wollen wir, dass unsere Klienten das Problem beheben und zu umsetzbaren Lösungen finden.

Wie immer ist die berufliche Hinwendung zu einem Thema für mich auch ein Anlass, mich mit möglichen eigenen Begegnungen zu beschäftigen. Ich mache kein Hehl daraus: Es gab Konflikte. Immer wieder. Mal intern, mal extern. Manche von ihnen wurden gelöst, andere nur unter den Tisch gekehrt. Als wirklich überflüssig erachte ich rückblickend diejenigen, die eine Weile unterschwellig schwelten und nie benannt wurden. Aus diesen sind alle Beteiligten als Verlierer heraus gegangen. Denn neutral betrachtet birgt eine Meinungs- oder Standpunktverschiedenheit (also die Vorstufe eines Konflikts) zunächst einmal die Chance in sich, die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und statt gewohnter Pfade auch mal einen anderen Weg einzuschlagen. Schade also, wenn wir diese Chancen verstreichen lassen und nicht in der Reibung mit dem Kontrapart unsere Argumente reflektieren, den Blick auf das Thema schärfen und so die Möglichkeit auf Veränderung und Entwicklung nutzen.

Deshalb möchte ich Mut machen, Konflikte nicht zu scheuen − privat wie im Job. Wenn es im Gebälk knirscht, dann raus damit: Legen Sie die Karten auf den Tisch.
Und: Geschätzte Führungskräfte und Personalverantwortliche, bitte schauen Sie nicht weg, wenn ein Mitarbeiter den Mut fasst, einen Konflikt zu benennen und sich ratsuchend an Sie wendet.
Konflikte sind ernst zu nehmen.
Und meistens sind sie lösbar.

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Gut Ding will Heimat haben.

Das mit der Weile, die das „gut Ding“ haben will, stimmt ohnehin. Schließlich habe ich mich im September 2012 erstmals mit dem Gedanken beschäftigt, einen festen eigenen Raum für die Coaching-Sitzungen zu mieten.
Viele Online-Inserate, einige Besichtigungstermine und zahlreiche Selbstreflexionsrunden später bin ich fündig geworden: Haidhausen heißt meine neue berufliche Heimat. Und dieser Stadtteil Münchens ist mir bereits recht gut vertraut: Ich hatte schon am Klinikum Rechts der Isar studiert, in der Wörthstraße bei einem Allgemeinmediziner famuliert, später  ein Praktikum in einer Werbeagentur gemacht und schließlich den PR-Fachwirt an der Bayerischen Akademie der Werbung absolviert. Nach meiner Hamburger Zeit wohnte ich  lange Jahre in der abwechslungsreichen Kirchenstraße zwischen den meisten Kindergärten und Schulen Münchens, dem Unionsbräu, einer Harfenbauerin und dem Dauer-In-Griechen Paros und arbeitete beim Verlag Gräfe und Unzer, nur wenige Gehminuten entfernt.

Diesmal ist’s die Innere Wiener Straße 10 geworden, direkt an der Trambahn-Haltestelle Gasteig. Mein Vermieter und ich teilen uns ein Ladenbüro, in dem früher jahrzehntelang eine Zoofachhandlung war. Heute sitzt nun also der unternehmensberatende Kollege im großen, zur Straße gewandten Raum und ich im deutlich ruhigeren Zimmer zum Innenhof hinaus. Der Blick fällt auf Bäume und die typische Hinterhof-Idylle mit all ihren Facetten. Mein Raum ist leicht trapezförmig geschnitten — neben dem wunderbaren alten Fischgrätparkett mit ein Grund, mich für ihn zu entscheiden. Ich mag das Eckige, Ungewöhnliche und somit eben sehr Individuelle in der Architektur gerne. Es hat einfach Charme.

Anfangs habe ich gestern in meinem Auftakt-Coaching noch das leichte Rumpeln der Trambahn wahrgenommen und ganz dezent auch ihr Gebimmel. Aber dann… trotz geöffneter Fenster waren meine Klientin und ich ganz schnell nur noch bei ihren Themen und deren Lösungen. Und die Zeit verflog. Ein guter Start also, auf den ich eine ganze Weile schon Hoffnung und Vorfreude vereinte.
Noch gibt es Kleinigkeiten zu erledigen wie die Aufschrift auf der Glastür oder den Aufbau eines weiteren Regals. Aber das Gefühl, eine gute Wahl für meine Klienten und mich getroffen zu haben, ist schon da.

Aufgrund der Sommerferien gibt’s bis Mitte September auch viele Parkplätze „vor der Tür“ (zwei Parkhäuser sind ohnehin um die Ecke – im Gasteig und neben dem Hofbräukeller), alle S-Bahn-Linien halten am Rosenheimer Platz, die U4 und U5 am Max-Weber-Platz. Am bequemsten dürfte die Tram 16 sein, denn sie hält zehn Schritte vor der Tür (Haltestelle Gasteig). Wer mit den Linien 15, 19 und 25 zum Max-Weber-Platz/Johannisplatz oder zur Wörthstraße fährt, kann zusätzlich einen hübschen Zehnminutenspaziergang durch eines der liebenswertesten Viertel Münchens genießen.

Ich freue mich auf gute und lösungsreiche Coaching-Sitzungen in der Inneren Wiener Straße — sehr gerne mit Ihnen und für Ihr Anliegen. Da ich nicht immer vor Ort bin,
bitte ich auch alle Besuchswilligen, die sich informieren wollen, um einen Anruf unter
0179 – 920 53 75 oder eine kurze Nachricht an mail@catharina-wilhelm.de — danke!

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Wie schön: Wieder etwas gelernt!

Es gibt diese Themen, die zwar bei jedem etwas anders gelagert sind, sie uns aber immer wieder zwicken und zwacken, wenn wir uns ihnen stellen müssen. Einer dieser fiesen Quälgeister heißt bei mir (wie übrigens bei vielen Frauen, aber dazu später): Verhandeln. Und zwar ums Geld. Ob Gehalt, Honorar, auf dem Markt oder beim Auto(ver)kauf – es ist keine meiner Leidenschaften. Bisher war ich also der Typ, der annimmt, dass der/die Verhandlungspartner/-in schon erkennt oder sogar weiß, „was ich wert bin“. Das funktionierte auch immer wieder mal sehr gut. Die anderen Male war’s dann aber sehr ärgerlich. Ich nahm geringer als erhofft/erwünscht ausgefallene Gehaltsforderungen oder -erhöhungen früher mal sportlich, mal enttäuscht und auch mal richtig sauer wahr. Vor allem aber immer versehen mit dem fiesen Zusatz „Ich hab’s vergeigt – ich kann das nicht.“ Und Hand auf’s Herz: vor der nächsten Verhandlung war’s mir nicht gerade wohler. Also verschieben – darauf warten, dass das Gegenüber von sich aus das Thema auf die Agenda setzt. Kneifen und erstmal die ohnehin lange To-Do-Liste abarbeiten. Und doch bleibt ja der Ingrimm über die mangelnde finanzielle Anerkennung meiner Leistung – und über meinen inneren Schweinehund. Das Allgemeinste daran: der Ingrimm bleibt nicht nur,  er wächst auch noch! Fiese Möpp – greisliges Pfuiteufel!

Seit heute ist das anders. Die Coach-Kollegin und Trainerin Claudia Kimich hat mich bislang Verhandlungsgestörte und eine Gruppe lernwilliger Mitschweigender und Co-Verschämter einen wunderbaren Tanz gelehrt: Den Verhandlungstango. Was für ein schlaues Bild führte sie als ehemalige Turniertänzerin uns da doch vor Augen: Verhandeln ist wie Tanzen. Es geht um die Wahl des richtigen Partners, den Rhythmus, um führen und sich führen lassen, um deutlich erkennbare Parkett-Statements und auch manchmal um kaum wahrnehmbare Wiegeschritte. Und in kurzer Zeit wurde mir nicht nur klar, welcher Verhandlungstyp ich selbst bin, ich habe jetzt auch klare Vorstellungen davon, wie ich mit wem mich wie auf’s Parkett begeben kann, ohne gleich den Absatz abzubrechen oder zu stolpern. Ich habe jetzt sogar ein bisschen Lust auf’s Verhandeln. Ziemlich Lust. Warum auch nicht – es ist ein Tanz. Und nun geht’s ans Üben. Denn heißt’s nun mal so treffend: Lernen erfolgt außerhalb der Komfortzone. Ich freu mich drauf – denn ich empfinde es immer als Bereicherung, meinen Horizont zu erweitern.
Und was möchten Sie schon eine ganze Weile lernen und verändern?

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Die Schlange Kaa und Moby Dick.

Ein Blog will wachsen. Befüllt werden. Ein Blog lebt, ist nicht so statisch wie eine klassische Website. Genau das entspricht mir und meinem Naturell und deshalb hatte ich mich auch für ein Blog als „Zuhause“ meiner Strahlkraft-Informationen entschieden.
Und doch fühlte ich mich vor wenigen Tagen, als hätte ich mich in meine eigene Zwickmühle bugsiert. Ich muss und möchte doch meinen Lesern Infos anbieten, sagte die Stimme der Tüchtigen in mir. Und sie fuhr fort: „Du warst  20 Jahre lang erfolgreich in der PR-Branche – Du weißt doch, wie man heute kommuniziert. Also mach! Leg los.“

Eine zweite Stimme meldete sich parallel: „Ich bin aber kein Gorilla, der aus dem Urwald tritt, sich mitten auf die Bühne stellt und die Brust trommelt, um Aufmerksamkeit zu erregen! Ich bin das nicht – ich kann das nicht – ich will das nicht!.“ Und daneben gab’s noch die beruhigende Stimme in mir: „Hab Vertrauen – das wird schon alles werden. Gib Dir Zeit, nur die Ruhe, hab Vertrauen.“
Eine Wohltat!
Einerseits.
Und andererseits fühlte ich, wie ich gerade diesen inneren Anteil in mir zunehmend wahrnahm wie die Schlange Kaa im Dschungelbuch. „Hör auf mich und glaube mir – Augen zu  – vertraue mir – schlafe sanft, süß und fein…“ Einlullend. Einschläfernd. Lähmend. Und vor allem: nicht mehr selbstbestimmt.

Die Schreibblockade und die Zerrissenheit zwischen diesen inneren Anteilen beschäftigte mich einige Tage lang. Nicht dauerhaft, aber immer wieder. Und jedes Mal hinterließ sie mehrere Fragezeichen, die sich einfach nicht wandeln lassen wollten in ein fröhliches Ausrufezeichen hinter einem „Ja genau: so mach ich es – so passt es für mich!“ Dann hatte ich einen Termin bei meinem Coach. Ja, auch Coaches lassen sich coachen. Zum Selbstverständnis gehört ohnehin, eine Supervisionsgruppe zu besuchen und zu nutzen. Das war auch schon Teil der Ausbildung bei artop. Außerdem mussten wir vor dem Abschluss nachweisen, dass wir uns selbst einem Coaching unterzogen hatten. Was zunächst Pflicht schien, wurde mir zu  wertvollen Begleitung auf meinem Weg von der angestellten Pressesprecherin zum selbstständigen Coach. Denn schließlich steht jeder Mensch mal in seinem eigenen Wald recht dicht vor seinen eigenen Bäumen und sieht die Lichtung nicht mehr, die er eigentlich besuchen wollte.

Eigenbaum

Und so setzte ich mich unter der umsichtigen Begleitung meines Coachs mit meinen „Inneren Team“ auseinander. Und siehe da: neben den oben erwähnten Stimmen zeigte sich eine weitere, zunächst recht kleine. Sie wuchs, als ich ihr endlich Aufmerksamkeit schenkte, und war schließlich so groß, dass sie zu einer Art Moby Dick mutierte. Die Harpunenspitzen der anderen, ehemals so lauten Stimmen, die nun wie kleine Fischerboote den Wal umkreisten, konnte ihm nichts mehr anhaben – ihre Seile waren zu kurz und sie trauten sich nicht, näher an den in sich ruhenden Koloss heran zu kommen.

Was war passiert? Ich hatte endlich den Anteil in mir wahrgenommen, der einfach nur ein wenig Ruhe benötigte und jetzt hörbar eingefordert hatte. Kleine Ruhemomente in einem sehr bewegten und bewegendem Jahr mit dem Verlust eines geliebten Menschen, mit dem endgültigen Schritt in meine neues Aufgabenfeld und mit mehreren parallel laufenden Umzügen.

Nichts Beunruhigendes. Nur der Teil meines inneren Teams, der ein wenig Ruhe benötigt. Wie wohltuend, ihm endlich Raum zu geben. Und damit die nötige Ruhe in mir einkehren zu lassen. Ich danke meinem Coach, dass sie mich so gut auf dem Weg von meinem Problem zu meiner Lösung begleitet hat. Nur das ist nämlich Aufgabe unseres Berufs: Wegbegleiter zu sein. Impulse aufzunehmen und ihnen nachzugehen. So zu ermöglichen, dass wir unsere eigenen inneren Lösung auf die Spur kommen.
… und schon war mir klar, über welches Thema ich schreiben wollte.

Und welche inneren Team-Mitglieder murmeln, wispern, sprechen oder schreien gar in Ihnen? Nehmen Sie sich die Zeit, ihnen zuzuhören. Aus eigener Erfahrung: es lohnt sich!

 

 

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