Die Vielfalt der Kastanien-Gedanken

Kastanien sind mehr als ein Symbol für den Herbst

Sie sind mir ein Stück Vertrautheit und Geborgenheit: Seit der Kindheit ist’s eine lieb gewonnene Tradition, die Erstgefundene der Saison in die Mantel- oder Hosentasche zu stecken und mit ihr den Winter über immer wieder zu spielen.
Ein ausgereifter Einzelgänger Die erste Voll-Kastanie des Jahres. (© casowi)
Ein ausgereifter Einzelgänger Die erste Voll-Kastanie 2016. (© casowi)
Allerdings: An den fies stacheligen Schalen dürfte schon so mancher Finger schmerzhaft gepikst worden sein. Das kennen Sie doch auch, oder? Haben wir uns dann jedoch vorbei an den kleinen Dornen zur Naht durchgepult und sie geknackt, leuchtet meist schon das typisch frische Kastanienbraun durch das je nach Reifegrad mehr oder minder üppige weiße Fruchtfleisch. Nach dem Rauspulen können wir endlich dieses Gefühl genießen, das eben nur frische Kastanien unseren Fingern vermitteln können: Perfekte Reife. Wir können sie spüren auf der kastanienbraunen Oberfläche und auf der leichten Schmierschicht des weißen Parts, unser Auge nimmt diesen ganz gewissen Glanz wahr, den uns die Hersteller von Shampoos und Spülungen immer ins Haar zu zaubern versuchen.
Schon nach wenigen Stunden verlieren die Früchte diese Frische und Farbe, den Glanz und auch die Form. Aber irgendwie bleiben sie doch auch im trockenen, schrumpeligen Zustand für den Tastsinn interessant – das klassische Manteltaschenphänomen setzt ein.
Man nehme Streichhölzer, Kastanien und lasse der Inspiration freien Lauf: Schon ist ein tanzendes Kastanienmännchen fertig. (© ArNeu)
Man nehme Streichhölzer, Kastanien und lasse der Inspiration freien Lauf: Schon ist ein Kastanienmännchen fertig. (© ArNeu)

Kastanien bieten auch Anlass für Momente der Reflexion

Betrachten Sie die Früchte des Kastanienbaums vor dem inneren Auge, so können Sie sich auf einen spannenden Weg begeben, der uns eine Menge Erkenntnisse eröffnen kann. Stellen Sie sich doch ruhig mal Fragen wie:
Was (oder auch wen) in meinem Leben erachte ich so unangenehm wie die stachelige Hülle?
Ist die Chance auf eine handschmeichelnde Kastanie (manchmal sogar zwei oder drei,  manchmal aber auch gar keine) es mir wert, mir die Fingerkuppen verpiksen zu lassen? Bin ich überhaupt bereit, hinter die Schale zu blicken, auch wenn’s weh tun oder eben nichts dahinter sein könnte? Wehalb sind mir Kastanien bislang eigentlich nie wirklich aufgefallen? Weshalb kam mir noch nicht in den Sinn, sie näher zu betrachten?
Was könnte mich davon abhalten, eine Schale zu öffnen – was meine Wissbegier befeuern?


Was würde ich machen, falls ich fruchtfündig werden würde?

Bei einer Kastanie hätte ich ja viele Möglichkeiten: Nutze ich sie als Handschmeichler, lege ich sie auf den Schreibtisch als Briefbeschwerer, werfe ich sie weg, pflanze ich sie ein und pflege die entstehende Pflanze? Verschenke ich diese dann, wenn sie blüht und Früchte trägt – oder verschenke ich vielleicht einfach im nächsten Herbst die Früchte und lasse so andere an der Freude teilhaben? Züchte ich Kastanien und eröffne in 25 Jahren einen Kastanienpark? 
Oder bastele ich – wie der Freund, der mir auch dieses Foto zur Verfügung gestellt hat (danke nochmal!) – Kastanienmännchen? Mache ich das dann alleine oder mit Kindern, Freunden, Kollegen, sogar Kunden? Sähen meine oder unsere Kastanienmännchen alle gleich aus oder ganz unterschiedlich? Habe ich eine Idee für eine Geschichte – verfilme ich gar Star Wars neu mit Kastanienmännchen? Falls ja: Welche Rolle würde ich dabei einnehmen: Drehbuchadapteur, Kulissenbauer, Kastanienmännchendesigner, Cutter, Komponist, Regisseur?
Oder stelle ich doch eher Arzneimittel aus Kastanien her und erlöse die Menschheit damit von venösen Problemen? Ich könnte die Kastanien auch aufbewahren und sie an Tagen mit geschlosseneren Schneedecke ans Wild verfüttern. Sie dem Nachbarskind schenken.
Sie ans Grab meines Vaters bringen – in Erinnerung ans gemeinsame Kastaniensammeln und Basteln in Kindertagen.
Meine Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Und Ihre Liste – wie sieht die aus? Sie wächst und gedeiht vermutlich ebenso, wenn Sie erst mal beginnen, sich auf die Entwicklungsmöglichkeiten Ihrer Kastanie-Gedanken einzulassen. Das Schönste daran: Ihre Liste wird ganz individuell sein, da sie Ihre Leidenschaften beinhaltet, Ihre Fähigkeiten mit einbringt, Ihre Talente zeigt und Ihren Erfahrungsschatz nutzt.
Sie werden rasch merken, welche Ihrer Ideen die meiste Energie erhalten, welche schnell verworfen sind, welche abwandelt weiter verfolgt werden könnten. Probieren Sie es einfach aus. 
Ich würde sicherlich mindestens eine Kastanie pflanzen (sicherheitshalber vemutlich sogar mehrere Früchte in die Erde stecken). Damit eines Tages ein weiteres prächtiges Exemplar dieses für mich so heimatlichen Baumes Auge und Herz erfreuen kann.
Wahre Pracht und für Bayern ein großes Stück Lebensqualität: Der sommerliche. Kastanienbaum. (© casowi)
Wahre Pracht und für Bayern ein großes Stück Lebensqualität: Der sommerliche. Kastanienbaum. (© casowi)
 
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Das Dilemma und seine Lösungsoptionen

Manchmal macht’s ja einfach “Zuppeldizupp” im Herzen und es ist klitzeklar, was jetzt dran, wichtig und richtig ist. Gestern war einer dieser Manchmal-Momente bei mir.
Und im Nachhinein sage ich mir: Mein Basis-Dilemma wäre jetzt etwas für das wunderbare und hochgeschätzte Tetralemma als Coachingtool gewesen. Für meine Klienten wende ich es immer wieder gerne und vor allem erfolgreich an. Nur für mich selbst sitze ich ja auch gerne mal auf dem Schlauch … zumindest eine Weile.

Sie kennen das sicherlich auch: Da dreht man sich tage-, wochen- oder in meinem Fall sogar monatelang im Kreis des Gedankenabwägungskarussells, ob man denn nun etwas machen soll – oder eben doch nicht. Ein echtes Dilemma.

Bei mir waren es nun gute drei Monate, in denen ich immer wieder abwog, ob ich denn nun auch dieses Jahr im Mai nach Berlin zur re:publica reisen sollwillkann oder vielleicht doch oder eben mal nicht. Dafür spricht: Ich liebe dieses internationale Konferenz-Format mit all seinen unterschiedlichen Referent/-innen, Vorträgen und Inspirationen und auch Fun-Momenten. Und vor allem genieße ich auch das Wiedersehen mit Menschen, die mir viel bedeuten und die ich in manchem Fall auch wirklich nur einmal im Jahr eben dort treffe. Und dann sagt der Verstand wieder: „Nein, da hast Du doch schon zwei fixe Termine (Abo-Konzert und Regionalverbandstreffen) und außerdem kennst Du es doch wirklich, weil Du in den vergangenen fünf Jahren immer dabei warst. Und das kostet doch auch alles ne Stange Geld mit der Anreise und dem Ticket und der Unterkunft und und und. Und wer weiß, ob das Wetter wieder so mitspielt und das wäre doch blöd, wenn dann der Hof aufgrund von Regen und sollwill ich überhaupt noch zu solchen Riesenveranstaltungen mit mehreren tausend Menschen gehen und und und…“. Ich empfinde diese Vorentschiedungsdilemmata als überaus anstrengend.

Wie gesagt: Einem Klienten hätte ich – würde er so eine Entscheidungsschwierigkeits-sitation schildern – längst Tetralemma als Tool zur Lösungsfindung angeboten. Im Groben funktioniert das so: Wir schreiben Abwägung A (in meinem Fall „wieder teilnehmen“) auf ein DIN A-Blatt und Abwägung B ebenso („diesmal fernbleiben“) und legen beide Blätter nebeneinander auf den Boden. Der Klient steht zunächst in einem ihm angenehmen Abstand vor beiden Blättern, beschreibt die Vor- und Nachteile von A und B und schildert, wie es ihm/ihr geht. Vermutlich wird schon da rasch klar, von welchem der beiden Blätter er oder sie sich zunächst stärker angezogen fühlt. Auf dieses stellt er/sie sich dann, schließt die Augen und spürt den Gefühlen und körperlichen Reaktionen nach. Dann geht’s zurück in die Ausgangsposition.

Und auf Blatt Nummer zwei. Und wieder: spüren und beschreiben, was jetzt passiert.Und wieder zurück und beide Optionen betrachten. Manchmal ist an diesem Punkt schon glasklar, welche von beiden die stimmige ist. Oder ob beide – oder keine von von beiden. Kurz zur Metaebene: Bisher sind wir bei der Wahl zwischen A oder B – oder für AB (was in meinem Fall bedeuten könnte: „Ich besuche den Kongress nur einen Tag und verbinde noch etwas Zeit in Berlin mit Akquise- oder Kundengesprächen“).

Als Coach bitte ich nun meinen Klienten, auf eine vierte mögliche Lösung zu schauen. Diese heißt immer: „Weder A noch B“. Denn wenn es nun keines von beiden ist und auch nicht AB, dann gibt es ja vielleicht ein C? Wie könnte es ausschauen? Und wie geht’s dem Klienten oder der Klientin mit diesem C?

Wer diese Übung schon erlebt hat, weiß, wie schnell man zu einer validen Lösung kommen kann. Denn mag es noch so paradox erscheinen: die Erhöhung der Anzahl an Lösungsmöglichkeiten verringert den Entscheidungsdruck und eröffnet so die Möglichkeit, aus einer anderen Perspektive auf das eigentliche Problem zu schauen. Und natürlich untermauert ein guter und erfahrener Coach noch mit weiteren Finessen seiner Handwerkskunst. Ursprünglich kommt das Tetralemma übrigens aus der indischen Logik des 2. Jahrhunderts und diente der Anaylse von Rechtsstreitigkeiten.

In meinem Fall schneite das C in Form einer SMS eines Freundes herein: „So, habe eben Urlaub im Mai gebucht: 2. bis 7. Mai nach Florenz.“ Und was meinen Sie, was ich gestern spätabends noch gemacht habe?
Genau: Florenz gebucht. Anfang Mai. Mit besagtem Freund. Und nun freue ich mich darauf, den seit zehn Jahren gehegten Wiedersehenswunsch mit dieser wunderschönen Stadt und ihren Kunstwerken von Michelangelo, Donatello, Cimabue und Co. endlich zu realisieren. Beim Erstbesuch 1979 entstand übrigens dieses Mehrfachbelichtungsfotokonglomerat …Florenz_1979

Und wie sieht Ihr Dilemma aus? Und wie Ihr C?
Wollen Sie noch ein paar Monate auf Ihren Manchmal-“Zuppeldizupp”-Moment warten? Oder vielleicht doch mal Tetralemma ausprobieren? Ich unterstütze Sie gerne dabei.

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Vom Nicht und Nie

Einen Tag lang hing eine Tafel nebst vieler Kreiden mitten in New York. “Schreib auf, was Du am meisten bereust” lautete die Aufforderung. Und nach anfänglicher Schüchternheit begannen Passanten, ihre Themen zu notieren. Die Liste des Reue umfasste vieles wie nicht “ich liebe Dich” gesagt zu haben, keine Zeit mit einem mittlerweile verstorbenen Elternteil verbracht zu haben, sich nicht für das Studium des Herzens beworben oder eingeschrieben zu haben, den MBA-Titel nicht erworben zu haben oder andere enttäuscht zu haben. Mit dabei auch Einträge wie nie den eigenen Träumen gefolgt zu sein, kein guter Freund gewesen zu sein oder sich in eine relevante Angelegenheit oder ein wichtiges Thema nicht eingemischt zu haben. Alle Beiträge wurden geeint durch zwei scheinbar kleine Worte: “not” und “never”. Nicht und nie.

Im zweiten Teil des Experiments erhielten die Tafelschreiber einen Schwamm. Und siehe da: Waren die beiden kleinen Worte “not” und “never” ausgelöscht, empfanden und schilderten ihre gerade noch traurigen Verfasser Erleichterung. “Eine nicht beschriebene Tafel bedeutet offene Möglichkeiten”, sagt eine junge Frau. Und ja: Jeder neue Tag birgt die Chance in sich, etwas neues zu tun oder einfach nur, etwas einmal anders zu machen. Etwas, von dem wir eines Tages sicherlich nicht sagen wollen “Ich bereue es, das nicht getan zu haben.”

Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen: Es ist eine gute Übung, sich ab und an Gedanken zu den tatsächlichen sowie den möglichen Reuemomenten des eigenes Lebens hin zu spüren. Und dann zu schauen, ob Sie den Schwamm ansetzen wollen auf der Tafel Ihres Lebens … und wo genau.

Die Aktion wurde von der von Schauspieler Ashton Kutcher gegründeteten Organisation “A Plus” durchgeführt, die es sich zum Ziel gemacht hat, via viralem Storytelling positive  Impulse in die Welt zu bringen.

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Vom Wertvollen im Rückblick

Muss das sein: Noch ein Rückblick? Nein, sein muss es nicht. Und dennoch bietet der Blick auf Vergangenes manchmal doch sehr gute Gelegenheit, um anderes Vergangenes und auch die Gegenwart aus einem veränderten Blickwinkel betrachten zu können.
Genau das erlebte ich am 18. Dezember beim Öffnen meines Facebook-Accounts. Die Plattform hat seit einigen Monaten eine Erinnerungsfunktion eingeführt, die ab und an alte Beiträge für das betreffende Tagesdatum zeigt und zum Re-Posting anbietet. Mir gefällt diese Funktion von Mal zu Mal besser, bietet sie mir doch eine überaus wertvolle Hilfe, kurz innezuhalten und auf Vergangenes zu blicken – mal mit einem kurzen Lächeln, mal als Anlass für ein rasches Augenrollen und ab und an auch mal für etwas tiefere Betrachtungen.

Am 18. Dezember brachte mich folgender Beitrag mit dem Link auf einen Blogbeitrag aus dem Jahr 2010 ins Reflektieren:
Bildschirmfoto 2015-12-31 um 18.36.08

 

 

 

 

 

 

Was mich dabei bewegte, habe ich wiederum in diesem Facebook-Posting festgehalten:

“Fünf Jahre ist’s nun her, dass ich auf einem (bei Schnee und auf dem weißen Bereich des Zebrastreifens gut getarnten) Apotheker-Plastiktütchen ausrutschte und der herannahende SUV gerade noch so stoppen konnte. Es folgte neun unendlich lange Wochen des Dauerliegens, weil die Ärzte erst beim zweiten MRT-Bild nach einigen Wochen sehen konnten, dass die Verletzungen im linken Fuß doch wesentlich umfangreicher waren als zunächst angenommen. Eine OP war dann nicht mehr sinnvoll und möglich. Es waren schmerzvolle Wochen – unbeweglich und doch immer gejagt und getrieben von des Chefs Dauermailbeschallung.

Und doch: Wäre der Unfall nicht passiert, hätte ich wohl nicht die Gelegenheit gehabt, mal all den Stimmen meines inneren Teams zu lauschen und sie zu reflektieren. 
Ich hätte wohl nicht am Abend des letzten Bewerbungstages auf die Website des Coaching-Ausbildungsinstituts artop geklickt und mich dann noch in letzter Minute beworben. So humpelte ich einige Wochen später mühsam durch Berlin zum Auswahlgespräch und wenige Wochen später zum ersten Modul.

Ich würde heute nicht als Coach arbeiten, hätte nicht zusätzlich noch eine Trainer- und eine Qigong-Kursleiterausbildung absolviert. Ich hätte nicht ein zweites Mal den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, wäre nicht glücklich über meine 12qm Coachingraum nahe dem Gasteig und wäre vor allem vielen wunderbaren Menschen nicht begegnet. 
Klar – ich hätte weiterhin ein gutes und sicheres Gehalt und eine klar definierte Zahl von Urlaubstagen und jede Menge Renommee in meinem Pressesprecher-Job. Vermutlich würde aber auch dieses Jahr am Hl. Abend um 16:30 Uhr wieder eine Mail meines GF mit einigen To Dos für die Weihnachtsfeiertage erhalten.

So langwierig und fies auch der Heilungsprozess war und so sehr ich diese Millisekundenepisode meines Lebens auch gehasst habe, so sehr bin ich heute auch dankbar für diese Zäsur. Und die Erfahrung zeigt mir: Das Innehalten und in sich Hineinschauen birgt immer auch die Chance auf Veränderung in sich. Oder auch die Erkenntnis, dass es einfach mal gerade so gut ist, wie es ist. 

Heute ist vieles vieles in meinem Leben um ein großes Stück mehr “gut” als es damals vor fünf Jahren war. Und deshalb bin ich der kleinen, heimtückischen Plastiktüte doch auch recht dankbar, dass sie in ihrer Unerkennbarkeit den Anstoß dazu gegeben hat. Bei allen weiteren Selbstreflektionen lasse ich allerdings gerne die Plastiktüten dieser Welt beiseite – das ist bekanntermaßen auch fürs Klima besser – und wende mich lieber gleich in mich selbst oder an den Coach meines Vertrauens.”

Mir hat es richtig gut getan, an dieses alte und scheinbar vergessene Thema noch mal ranzugehen. Es war mir damals so unendlich lästig und beschwerlich, stand es doch für eine richtige Mistzeit! Und doch kann ich heute aus der Distanz die Chancen darin erkennen, die ich glücklicherweise auch instinktiv genutzt habe (um die Möglichkeit einer Coaching-Ausbildung war ich nämlich zwei Jahre zuvor erstmals herumgeschlichen und hatte außerdem ein halbes Jahr vor dem Unfall dazu gebloggt).

Auch jetzt, wenn ich den blauen Text noch mal lese, fällt mir etwas auf, was mich sehr glücklich macht: Da steht, dass “vieles in meinem Leben um ein großes Stück mehr «gut»” ist. Hey, ich als früher so stolze Perfektionistin sage und schreibe nun “gut” – und meine es auch so. Es muss nichts mehr “perfekt” sein. Ich bin glücklich und dankbar, wenn etwas “gut” ist. Wie erleichternd das doch ist.

Natürlich halte ich gerade bei so persönlichen Themen vor dem Klick auf den “Veröffentlichen”-Button immer noch mal inne, um zu prüfen, ob ich wirklich wirklich wirklich mit Details wie diesen an meinen Leser/-innenkreis herantreten will/soll/kann/möchte. Auch jetzt. In meinem privaten Blog sind neben vielen Reiseerlebnissen und Kulturgenussmomenten auch immer wieder diese sehr persönlichen Themen enthalten (mein Blog startete ich 2009 tatsächlich als das, was Blogs in ihrer Anfangszeit mal waren: eine Art Tagebuch). Es hat mir immer gut getan, meine Gedanken zu einem mich bewegenden Thema aufzuschreiben und über den Klick auf den Veröffentlichungsbutton damit auch tief im Inneren zu wissen, dass ich nun wirklich zu ihnen stehe. Und ich finde es großartig, dass ich heute nachvollziehen kann, wer und was mich vor Jahren fordernd oder durchaus auch liebevoll bewegte und beschäftigte.

Deshalb möchte ich Mut machen, ein Blog zu starten (oder auch ein klassisches Tagebuch) zu führen und Fotos auf Instagram oder einer ähnlichen Plattform zu posten. Ganz bewusst. Und auch gerne in vollkommener Abgeschiedenheit (all diese Social Media-Plattformen lassen sich so einstellen, dass jegliche Privatsphäre gewahrt bleibt – im Zweifelsfall einfach Fachleute fragen). Erinnerungsmöglichkeiten an Schönes und auch an die blöderen Seiten und Zeiten des Lebens zeigen oft erst die wahren Werte des Geschehenen in deutlicher Klarheit.

Dieses Jahr hat rückblickend vieles Wunderbare in sich gehabt: Den Workshop Die Lilith-Energie mit meiner Coaching-Kollegin Nathalie Springer, das Vertrauen neuer Klientinnen und Klienten und sehr intensive Coaching-Sitzungen, jede Menge blauen Himmel mit Strahlesonne (das belegt auch die Zusammenstellung meiner neun beliebtesten Instagram-Fotos des Jahres), erfrischende Reise-Erlebnisse, viel neues Wissen und weitere schöne Ideen, die ich im neuen Jahr gerne mit Leben füllen und hier vorstellen werde.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen ein rundum gutes, glückliches und gesundes 2016, das viel Schönes und Erinnernswertes mit sich bringen möge!

Bildschirmfoto 2015-12-31 um 17.30.46

 

 

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Vieles neu macht der Herbst

IMG_3438Was war das für ein Bilderbuchsommer: endlich mal wochenlang Strahlesonne! Irgendwie machte mir die Hitze manchmal zu schaffen — gefühlt zumindest. Im Nachhinein wird mir jedoch klar: mein Sommer war einfach knallevoll gepackt mit Fortbildungen und Prüfungssituationen.
Anfang Juni startete ich mit einem wunderbaren Seminar zum Voice Dialogue. Wer schon bei mir im Coaching war, hat vielleicht bereits sein Inneres Team kennengelernt. Durch den Voice Dialogue konnte ich nicht nur meine Coaching-Kenntnisse vertiefen, sondern auch einige meiner inneren Anteile besser kennen und somit auch handlen lernen. Spannend. Und empfehlenswert.

Im Juli führte mich das Thema “Es wird Zeit für neue Fotos” endlich vor die Linse von Raimund Verspohl. Ich kenne den Portraitfotografen mit dem Blick für den Menschen im Kunden seit einigen Jahren aus der Münchner Social Media-Welt und empfand unsere Begegnungen immer als gut gewürzt mit einer Mischung aus Fachkenntnis, Neugier auf Menschen und deren Beruf, Wertschätzung und Humor. Und genau so war auch unser Shooting-Tag — einfach großartig!

Die Wochen von Mitte Juli bis Mitte August verbrachte ich nicht nur vor Hitze, sondern auch Konzeptgedanken brütend am Computer und schrieb meine Abschlussarbeit für die Qigong-Kursleiterausbildung, die ich im Herbst 2014 gestartet hatte. Mein Thema “Sicher sprechen. Kraftvoll überzeugen. Strahlkraft-Rhetorik und Qigong” begeisterte und überzeugte zur größten Freude nicht nur mich, sondern auch die vier Prüfer der Arbeit. Somit biete ich es nun auch in meinem Trainingsportfolio an und freue mich auf zahlreiche Anmeldungen (Termine folgen).

Anfang August beschäftigte ich mich während einer nächsten Fortbildungswoche mit dem sekundären Arbeitsmarkt. Bei Best of Life Work Planning (LWP) drehte sich in Theorie und Praxis alles um Berufsorientierung und das Finden des wirklichen Wunschberufs. Insbesondere unser “Ausgangstag” brachte auch für mich neue und wunderbare Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich nun meinen Klienten zur Verfügung stellen möchte.

In der zweiten Septemberhälfte folgte dann die Abschlussprüfung der Qigong-Ausbildung und so paukte ich wochenlang alles über Meridianverläufe und Akupressurpunkte und setzte mich mit Übungen wie der “18fachen Übung des Tajji-Qigong” oder den “Acht Brokaten im Sitzen” sowie der Fünf-Elemente-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und dem “Power Response Training” intensiv auseinander.

Am Tag nach der Prüfung zeigte sich der Herbst. Das war doch irgendwie klar.
Und auch gut, denn so konnte ich Liegengebliebenes wie die Steuererklärung und ähnlich Pflichtübungen aufarbeiten und mich endlich auch um den erneuerten Look der Homepage und des Blogs kümmern. Und neue Coaching-Klienten begrüßen — ich freue mich sehr auf die Arbeit mit ihnen!

Neu ist auch mein Angebot der PR-Supervision. Im sogenannten Reflecting Team geht’s dabei um das Finden von neuen Lösungsansätzen zu Problemstellungen aus dem PR-Alltag. Neben einer monatlich offenen Gruppe biete ich die Supervision natürlich auch inhouse oder offsite für PR-Teams in Agenturen und Unternehmen an. Interessenten können sich gerne melden.

Die erste Oktoberwoche werde ich in der Nähe von Barcelona verbringen — als Reiseblogger zum Test des ersten spanischen Bio-Hotels. Vielleicht eignen sich ja die dortigen Seminarräumlichkeiten für das ein oder Angebot aus meinem Portfolio … das wäre doch schön, um das Sommergefühl ein bisschen zu verlängern. Außerdem möchte dort weitere Ideenansätze zu Ende brüten, um sie dann auch bald hier vorstellen zu können. Da wäre er wieder, der von mir so geschätzte Perspektivwechsel.

Auf bald also — in Spanien oder im nachwiesnentspannten München!

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